Zur Hauptnavigation / To main navigation

Zur Sekundärnavigation / To secondary navigation

Zum Inhalt dieser Seite / To the content of this page

Sekundärnavigation / Secondary navigation

Inhaltsbereich / Content

Leitfaden zum Netzgebrauch

Ein Leitfaden zur verantwortungsvollen Nutzung von Datennetzen für Mitglieder von Institutionen in der Bildung.

Datennetze sind ein Teil der Infrastruktur in Hochschulen und Forschungseinrichtungen und dienen der digitalen Kommunikation mit Hilfe von Rechnern. Sie stehen heute dem Forschungsbereich zur weltweit offenen Verständigung zur Verfügung. Ihre Nutzung unterliegt bestimmten rechtlichen und ethischen Grundsätzen. Dieser Leitfaden soll diese Regelungen einem großen Nutzerkreis bewusst machen, um dadurch den zweckgemäßen und wirtschaftlichen Gebrauch dieses wertvollen Guts zu fördern.

1. Grundsätze zur Nutzung der Datennetze

Die Netze sollen der Gemeinschaft dienen. Der Missbrauch selbst durch eine kleine Gruppe von Netznutzern könnte das Ansehen der Netze in ihrer Gesamtheit schädigen. Nicht immer ist die persönlich optimale Nutzung auch global optimal. Eine sorgfältige Beobachtung des Netzverhaltens ist erforderlich, damit Nachteile für die Gemeinschaft abgewendet werden können und die Netzbelastung in vertretbaren Grenzen bleibt.

1.1 Leichtfertiger Gebrauch

Die Netze sind relativ einfach zu nutzen: Mit nur wenigen Kommandos kann ein Datentransfer rund um den Globus oder ein Nachrichtenaustausch mit einer großen Zahl von Partnern ausgelöst werden.

Leicht verkennt der Nutzer die Komplexität der von ihm ausgelösten Netzaktivitäten. Er sollte daher vorsichtig mit Netzaufrufen umgehen. Auch wenn der Nutzer glaubt, die Netzwerkzeuge zu beherrschen, sollte er bedenken, dass eine umsichtige Nutzung eine sorgfältige und kontinuierliche Anleitung voraussetzt.

Ein Beispiel für leichtfertigen Gebrauch stellt die Vergeudung von Ressourcen durch einen zwar autorisierten, aber unbedachten Umgang mit den Netzdiensten dar; dies gilt insbesondere für den Abruf von Daten aus den USA, wenn diese in Deutschland bereits verfügbar sind.

Es versteht sich von selbst, dass Dokumente zweifelhaften Charakters in Netzen weder anzubieten noch nachzufragen sind.

1.2 Angemessene Nutzung

Durch die Nutzung der Netze können

     

  • weltweite kooperative Projekte ermöglicht und durchgeführt,

  • Herausgabe und Weitergabe von Forschungsberichten erheblich beschleunigt,

  • die Aufwendungen für Reisenkosten sowie Telefon- und Postgebühren gemindert,

  • gemeinschaftliche Ressourcen (z.B. Höchstleistungsrechner) überregional genutzt,

  • an einer Stelle verfügbare Daten weltweit abgefragt sowie

  • die internationale Zusammenarbeit (z.B. auch bei der Bewältigung von Krisensituationen) schnell und unbürokratisch organisiert werden.

  •  

 

 

 

1.3 Unakzeptable Nutzung

Insbesondere können nicht hingenommen werden:

     

  • fahrlässige oder gar vorsätzliche Unterbrechungen des laufenden Betriebes,

  • die Verbreitung von für die Wissenschaft irrelevanten Informationen,

  • die Belastung der Netze durch ungezielte und übermäßige Verbreitung von Informationen (Informationsverschmutzung),

  • der Versuch, ohne ausdrückliche Autorisierung Zugang zu Netzdiensten - welcher Art auch immer - zu erhalten,

  • die Verletzung der Integrität von Informationen, die über die Netze verfügbar sind,

  • der Eingriff in die individuelle Arbeitsumgebung eines Netznutzers,

  • jede Art des Mithörens von Datenübermittlungen, des Stöberns in fremden Datenbeständen oder der Weitergabe von unabsichtlich erhaltenen Angaben über Rechner und Personen.

  •  

 

 

 

Obwohl keine Nutzungsüberwachung oder gar Zensur erfolgt, sind die Netzbetreiber gehalten, missbräuchliche Nutzung zu unterbinden und bei Bekanntwerden zu verfolgen. Wenn Missbräuche sich häufen sollten, wird der Zugang zu den Netzen zukünftig nicht mehr so freizügig wie heute möglich sein, sondern mit formalen Hürden (z.B. Zweck- oder Befähigungsnachweisen) verbunden sein; außerdem ist ein Verlust von allgemein zugänglichen Diensten zu befürchten.

2. Solidarität

Die Teilnahme an einem offenen, weltweiten wissenschaftlichen Datennetz und der freizügige Zugang zu vielen damit verbundenen Dienstangeboten ist ein Privileg für die Wissenschaft. Jeder Nutzer sollte sich darum solidarisch verhalten, damit dieses Privileg für alle erhalten bleibt.

Solidarisches Verhalten bedeutet insbesondere, sich bewusst zu machen, wo die Inanspruchnahme des Netzes durch den Einzelnen die Interessen anderer Mitglieder der Gemeinschaft berührt. Je höher dieses Bewußtsein entwickelt ist, desto weniger wird der Netzbetreiber gezwungen, formale Reglementierungen und Einschränkungen einzuführen. Wegen der hohen Komplexität des Netzes muss der Benutzer in seinem Verhalten durch Betriebsregelungen unterstützt werden.

Darüber hinaus gelten selbstverständlich gesetzliche Regelungen (z.B. die Fernmelde- und Datenschutzgesetze), die im Falle eines Verstoßes greifen. Unabhängig von rechtlichen Folgen muß der Nutzer sich bewußt sein, dass ein Missbrauch des Netzes einen ernsten Sachverhalt darstellt, der mit weitreichenden Schadensfolgen auch für andere verbunden sein kann.

3. Nutzen und Kosten von Datennetzen für Bildung und Wissenschaft

3.1 Synergie

Institutionen in Bildung und Wissenschaft setzen Datennetze als selbstverständlichen Bestandteil der Informationstechnik ein. Datennetze ermöglichen es, schnell, flexibel und freizügig durch Übermittlung von Dokumenten, Daten und Programmen weltweit miteinander zu kommunizieren. Dadurch wird die Synergie in der internationalen wissenschaftlichen Arbeit in bisher kaum vorstellbarer Form verbessert.

3.2 Aufwand

Datennetze in Bildung und Wissensenschaft sind ein wertvolles allgemeines Gut, das mit erheblichem Aufwand eingerichtet wurde. Hierzu zählen nicht nur die großen finanziellen Anstrengungen der öffentlichen Hand, sondern auch die unschätzbaren Investitionen an Arbeitsaufwand und Kreativität von Fachleuten sowohl im öffentlichen Bereich als auch in der Wirtschaft. So dauern beispielsweise die Abstimmungsprozesse in der internationalen Standardisierung seit über zwei Jahrzehnten an. Wie auch bei anderen Gemeinschaftseinrichtungen erfordert das Angebot eines sicheren und effizienten Betriebs tagtäglich sorgfältige Pflegearbeit im weltweiten Verbund.

4. Weitergehende Informationen

Die Netzbetreiber, insbesondere die Rechenzentren, halten weitergehende Informationen (Betriebsregelungen, Dienstekataloge, Nutzeranleitungen) für ihre Nutzer bereit. Über einschlägige Literatur und international erreichbare Netze und Netzdienste informiert Sie auch der DFN-Verein.

DFN e.V., Geschäftsstelle, Berlin, Pariser Str. 44

5. Sieben Verhaltensregeln

     

  • Informieren Sie sich über Netzanschlüsse, Dienste, Regelungen und Zuständigkeiten und halten Sie sich auf dem Laufenden.

  • Beachten Sie die lokalen Betriebs- und Verhaltensregeln; respektieren Sie die in anderen Teilen der Datennetze abweichenden Regelungen.

  • Bedenken Sie, dass Sie Teil einer Solidargemeinschaft sind und Ihr Tun der Gemeinschaft nicht schaden darf.

  • Melden Sie Defizite, wie z.B. technische Mängel, unabsichtlich erhaltene Informationen oder erkannte Sicherheitslücken unverzüglich.

  • Sprechen Sie mit einem für das Netz Verantwortlichen, bevor Sie neue Netzdienste nutzen. Einerseits gilt: Fehlverhalten ist kein Kavaliersdelikt ! Andererseits können innovationsfreudige Nutzer zur Weiterentwicklung der Netze beitragen.

  • Schützen Sie sich und Ihre Ressourcen durch Überwachung des Zugangs zu Ihrem Rechner, Verschlüsselung von vertraulichen Daten, sorgfältige Verwahrung Ihrer Authentifizierungsschlüssel sowie Kontrolle Ihrer Eintragungen in Directory- und Name-Servern.

  • Beachten Sie die Verhältnismäßigkeit Ihres Tuns in Hinblick auf den zu erreichenden Zweck.

  •  

 

 

 

6. Interessengemeinschaft

Bildung und Wissenschaft können und wollen auf die nunmehr verfügbaren und noch weiter expandierenden weltweiten Netze nicht mehr verzichten. Diese Tatsache vereint alle an den Netzen Beteiligten - Nutzer, Betreiber und Geldgeber - in einer Gemeinschaft, in der gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme geboten sind. Es wäre unverantwortlich, durch leichtfertiges Handeln und unnötige Konfrontationen untereinander das für alle wertvolle Gut der Datennetze zu gefährden.

Dieses Faltblatt wurde herausgegeben vom:

     

  • ALWR, dem "Arbeitskreis der Leiter wissenschaftlicher Rechenzentren", in dem fast alle Rechenzentren in Forschung und Lehre der Bundesrepublik Deutschland vertreten sind.

  • DFN, dem "Verein zur Förderung des Deutschen Forschungsnetzes e.V.", dem praktisch alle Institutionen aus Bildung und Wissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland als Mitglieder angehören.

  •  

 

 

 

Obwohl diese Broschüre dem Copyright unterliegt, sind Sie berechtigt - ja, sogar aufgefordert - , Kopien davon herzustellen und weiterzugeben, und zwar sowohl als Ganzes wie in Teilen, sofern dabei die Quelle angegeben wird.

Weitere Exemplare können (leider kostenpflichtig) bestellt werden bei:

Universität Dortmund
Hochschulrechenzentrum
D-44221 Dortmund